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GKP-Aktivitäten in Sachsen


Bereits im Mai hatte sich die Regionalgruppe Sachsen
mit Fritz Hähle, dem Vorsitzenden der CDU-Fraktion
im Sächsischen Landtag, getroffen. Die Diskussion
über sein Buch „Neue Wege wagen. Als Christ in politischer
Verantwortung“ (Hänssler Verlag Holzgerlingen)
war rege und bewegte sich von Fragen über die
evangelische Herkunft Hähles und sein Engagement in
der Ortsgemeinde bis zur aktuellen Debatte über Kinderbetreuung
und das heutige Familienmodell. Für
Georg Stingl war dieser Abend der Abschied als Leiter
der Regionalgruppe wegen seines Zurückgehens
nach München.
Das neue Team, die beiden Dresdner Ursula Wicklein
und Ansgar Ulrich, hatte den Vorschlag von Rafael
Ledschbor gern aufgegriffen. Er wollte zu einem sorbischen
Sonntag in die Oberlausitz einladen. Mitglieder
aus Sachsen und Berlin nahmen den Vorschlag unseres
sorbischen Mitglieds begeistert auf, zumal es ein
Tag mit Kind und Kegel werden sollte. Leider hatten
sich dann am 1. Juli nur wenige den Tag für die Lausitz
freihalten können. Doch der empfehlenswerte Ausflug
ins Sorbenland ist ja wiederholbar.
Die Gruppe traf sich zur sorbischen Messe in der Wallfahrtskirche
Rosenthal, danach ging es zum charakteristischen
Friedhof von Rafaels Heimatdorf Ralbitz.
Einheitliche weiße Grabkreuze mit goldenem Corpus
künden von der Auferstehung Christi und davon, dass
vor Gott alle gleich sind. Nach der Besichtigung stieß
Familie Ledschbor zu uns- im Nu war die Gruppengröße
so, dass beim Mittagessen im Haus der Sorben
in Bautzen die Tische zusammengerückt werden
mussten. Sorbische Hochzeitssuppe als Einleitung war
fast ein Muss. Jan Nuck, Vorsitzender der Domowina,
des Dachverbands der sorbischen Vereine, beantwortete
dabei viele Fragen, die die gefährdete Existenz
dieses kleinen slawischen Volkes betrafen, dem etwa
60 000 Menschen angehören. In der DDR war es die
rigorose Braunkohlegewinnung, heute macht vor allem
die Abwanderung in Richtung Arbeit Sorgen. Der
Kohleabbau hatte Folgen für Menschen und Landschaft.
Letztere kann renaturiert werden - gegenwärtig
entsteht durch Flutung eine großartige Seenkette, Aber
GKP-Informationen IX/2007 4
die Menschen, die aus über 80 Dörfern in die Neubauten
von Hoyerswerda und Weißwasser umgesiedelt
worden waren, haben ihre Heimat, Erinnerungsorte
und auch den Zusammenhang mit ihrem sorbischen
Hintergrund verloren. Der seit Jahrhunderten schleichende
Assimilationsprozess wurde dadurch sehr beschleunigt.
Wie reich sorbische Kultur und Tradition in der Lausitz
waren und z. T. noch sind, machte Museumschef
Tomasz Nawka deutlich, als er der Gruppe „sein“
Sorbisches Museum auf der Bautzener Ortenburg
zeigte. Eine lebendige Führung, ein spannender Tag,
war das Fazit derer, die ihn erlebten.
Ursula Wicklein')